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Kongress Bildung und Betreuung

Stuttgart 18./19.10.2010 Haus der Wirtschaft

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Bildungsarmut gefährdet deutsche Wirtschaft

Neue Konzepte sollen den "Bildungsabbau" in Deutschland stoppen. Der Kinderbetreuungskongress "Invest in Future" am 16. und 17. Oktober in Stuttgart diskutiert theoretische Grundlagen und praktische Erfahrungen und ist Plattform des Austausches unter Wirtschaftsvertretern, Politikern, Pädagogen und Wissen­schaftlern.

Stuttgart (eos) - Die Deutschen bleiben unter ihren (intellektuellen) Möglichkeiten. Darunter leidet die gesamte Volkswirtschaft: "Angesichts des demographischen Wandels und stagnierender Absolventenzahlen in höheren Bildungsgängen werden für Deutschland Befürchtungen laut, dass in Zukunft nicht mehr genügend Humankapital zur Verfügung steht, um den produktiven Einsatz des Sachkapitals zu ermöglichen und damit im Innovationswettbewerb mithalten zu können", konstatiert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln in seinem jüngsten Gutachten "Bildungsarmut und Humankapitalschwäche in Deutschland". Der dritte interdisziplinäre Kinderbetreuungskongress "Invest in Future" am 16. und 17. Oktober in Stuttgart, nimmt sich des Themas an. Fachleute aus Politik und Wirtschaft, Pädagogik und Wissenschaft präsentieren und diskutieren Grundlagen, Ideen und Projekte zur Förderung des Nachwuchses.

Kongress für Unternehmen, Träger und öffentliche Hand

Die Veranstalter, die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), der Träger-Dachverband KIND e.V. sowie die Gerlinger Unternehmensberatung Konzept-e für Bildung und Soziales GmbH, sprechen mit dem Symposium neben Trägern von Kindertageseinrichtungen und der öffentlichen Hand vor allem auch Unternehmen an. Das komplette Programm ist im Internet abrufbar unter www.invest-in-future.de oder in gedruckter Form erhältlich bei der ausführenden Peter Sauber Agentur: 07156-43624-50, invest-in-future@messe-sauber.de.

Initiativen für den Bildungsstandort

"Wir benötigen gemeinsame Initiativen für den Bildungsstandort Deutschland", sagt Waltraud Weegmann, Geschäftsführerin der Konzept-e GmbH und Initiatorin des Kongresses. Viele Unternehmen klagten bereits heute über einen Mangel an gut ausgebildeten Menschen am Arbeitsmarkt. Das Problem beträfe im Moment besonders die naturwissenschaftlichen und technischen Berufe und werde sich in Zukunft ausweiten, befürchtet die Beraterin. Viele Unternehmen sind daher bereits aktiv: Sie betreiben Kitas oder kooperieren mit Tageseinrichtungen und Schulen. Der enge Austausch und praxisnahe Projekte für die Kinder sollen bereits die Jüngsten für Naturwissenschaft und Technik sensibilisieren und Berührungsängste bei Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrerinnen und -lehrern abbauen. "Kinderbetreuung ist auch ein Standortfaktor im globalen Wettbewerb um Unternehmen und Fachkräfte", betont WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg. "Gut ausgebildete Spezialisten werden nur schwer für einen Standort zu gewinnen sein, an dem sie Beruf und Familie nicht vereinbaren können. Besonders bei der Ganztagsbetreuung ist Deutschland international noch nicht wettbewerbsfähig".

Ökonomische, soziale und pädagogische Aspekte

Doch es geht nicht nur um das Engagement der Wirtschaft und die Vorstellung beispielhafter Projekte, der Kongress wirft auch die Frage auf, welche Betreuungsmodelle nötig sind und wie sie finanziert werden können. Wissenschaftliche Vorträge befassen sich mit dem Aspekt der Bildungskontinuität in Übergangssituationen zum Beispiel vom Kindergarten in die Schule. Außerdem stehen pädagogische Konzepte aus Italien und Neuseeland zur Diskussion.

Kooperation mit "Child in the City"

"Invest in Future" kooperiert dieses Jahr mit dem internationalen Kongress "Child in the City", der am 17. und 18. Oktober ebenfalls in Stuttgart stattfindet. Der zweite Symposiumstag startet daher mit zwei gemeinsamen Vorträgen über Möglichkeiten die Bewegungsfreiheit von Kindern in Städten zu beeinflussen sowie über die demografischen, ökonomischen und sozialen Veränderungen von Kinderleben in Großstädten.

Kontakte knüpfen

Das breite Vortragsspektrum soll die Interessenlagen der Anbieter von Kinderbetreuung genauso abdecken, wie die der Vertreter aus Wirtschaft und Politik. Parallele Foren erlauben es jedem Teilnehmer, sich die Inhalte individuell zusammenzustellen. Während der Abendveranstaltung am 16. Oktober sowie bei "meet the speakers" im Anschluss an die Foren bietet sich die Gelegenheit, mit den Referenten sowie anderen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen und wertvolle Kontakte zu knüpfen.