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Kongress Bildung und Betreuung

Stuttgart 18./19.10.2010 Haus der Wirtschaft

Forum für Unternehmen, öffentliche Hand, Träger

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Presse-Mitteilung 16.10.2007

"Invest in Future": Schub für Bildungsinnovationen aus der Wirtschaft

Der Kongress "Invest in Future", der am 15./16. Oktober zum vierten Mal in Stuttgart stattfindet, etablierte sich als Drehscheibe der Diskussion um Betreuung und Bildung. Deutlicher als in den letzten Jahren zeigt sich das Interesse der Unternehmen an diesen Themen. Beispiele zeigen: Sie fordern nicht nur, sondern gestalten mit. "Wie wird die Arbeitswelt von morgen aussehen und was bedeutet das für die Pädagogik von heute?" Gemeinsam mit dem parallel stattfindenden Kongress der Offenen Kinder- und Jugendarbeit "Offen für morgen" stellt sich das Symposium unter anderem dieser Frage.

Stuttgart (eos) - Bildungs- und Betreuungsthemen so umfassend zu diskutieren und ge­zielt zu verbinden, dass gute Lösungen für die Praxis entstehen, das ist eines der Ziele des interdisziplinären Kongresses "Invest in Future". Dieses Jahr findet die Veranstaltung am 15. und 16. Oktober zum vierten Mal in Stuttgart statt und bietet Plenums­veranstaltungen und elf, teilweise parallelen Foren 50 Vorträge aus Wissenschaft und Forschung sowie aus pädagogischer und betrieblicher Praxis. Auf der begleitenden Messe präsentieren 20 Aussteller Dienstleitungen, Informationen und Materialien rund um Betreuung & Bildung. Das Symposium hat sich etabliert als Drehscheibe für den Meinungs- und Informationsaustausch unter den maßgeblichen Akteuren: den Trägern von Kindertageseinrichtungen, den Kommunen und Unternehmen.

Wirtschaft als wichtiger Motor

Die Wirtschaft ist dabei ein wichtiger Motor des Symposiums. Die Veranstalter sind: der Kind e.V.-Dachverband, der die Trägervereine von insgesamt zwölf betrieblichen und betriebsnahen Kitas zusammenschließt und dem Unternehmen angehören; die Konzept-e für Bildung und Soziales GmbH aus Gerlingen bei Stuttgart, die Unter­nehmen zu Maßnahmen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie - vornehmlich zu Kinderbetreuungslösungen - berät und die die Geschäftsführung des Kind e.V. inne hat; sowie die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), bei deren Aktivitäten das Thema Fachkräfte große Bedeutung hat.

Technologieregion: Fachkräftenachwuchs wichtig

WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg: "Unsere Region ist bekannt für ihre Hochtechnologieunternehmen und ihre Innovationsfreudigkeit. Die Anforderungen der Unternehmen an die Qualifikation ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steigen ebenso wie der Bedarf an Fachkräften. Dafür fallen Arbeitsplätze für An- und Ungelernte weg. Diese Tendenzen zeigen sich hier deutlicher und früher als an vielen anderen Standorten." Bei gleichzeitig niedrigen Geburtenzahlen sei es ein Gebot der wirtschaft­lichen Vernunft alle Potentiale optimal auszuschöpfen. "Wir müssen unsere Kinder gut ausbilden und qualifizieren. Bildung muss alle erreichen. Dazu ist es wichtig, frühe Bildungsprozesse für alle Kinder zu ermöglichen. Diese Prozesse sollten durchgängig sein und den Nachwuchs über die schulische Bildung hin zur Hochschule bzw. dem Arbeitsplatz begleiten." Die Wirtschaft definiere dabei ihre Rolle für kindliche Bildungsprozesse neu. Sie fühle sich nicht mehr nur für die betriebliche Aus- und Fort­bildung verantwortlich, sondern diskutiere frühe Lerninhalte und kooperiere mit Kinder­gärten und Schulen, um bereits dort Bildungsprozesse mit zu gestalten. Beispiele für das Engagement von Unternehmen im Rahmen des Kongresses zeigten, wie dies praktisch aussehen könne und wie diese Kooperationen kindliche Lernerfahrungen bereicherten.

Kind e.V.: Betreuungsprobleme berufstätiger Eltern lösen

Ein solches vorbildliches unternehmerisches Engagement liefert einer der Veranstalter selbst, der Kind e.V.-Dachverband. Vorstand Herbert Matysiak von der Dekra Automobil GmbH berichtet von zwölf von Unternehmen ins Leben gerufenen Kinderhäusern, die die Betreuungsprobleme berufstätiger Eltern lösen sollen. "Unternehmen haben ja ein doppeltes Interesse an den Einrichtungen: Sie setzen auf Betreuung, um Elternzeiten zu reduzieren, die Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhöhen und um als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Und sie setzen auf Bildung, um auch morgen noch genügend Fachleute finden zu können, die innovativ und klug künftig Herausforderungen meistern."

Innovative Frühpädagogik legt wichtige Grundlagen

Die Einrichtungen unter dem Dach des Kind e.V. lieferten beides, berichtet Geschäftsführerin Waltraud Weegmann, zuverlässige, betriebsnahe Betreuung mit arbeitszeitkompatiblen Öffnungszeiten und flexiblen Betreuungsangeboten sowie ein ganzheitliches, innovatives pädagogisches Konzept, das unter dem Namen "WiKi - Wissen in Kooperation initiieren" über die tägliche Anwendung in den Kinderhäusern hinaus einen fundierten Beitrag zur Bildungsdiskussion leisten soll. "Wir freuen uns, dass wir im Rahmen dieses Kongresses viele weitere innovative Projekt und Ideen vorstellen und zu ihrer Vernetzung beitragen können. Außerdem werden uns die wissen­schaftlichen Beiträge wieder Impulse geben für die Weiterentwicklung unserer Pädagogik", sagt sie. "Der Austausch zwischen Theorie und Praxis ist wichtig - in beide Richtungen. Dafür sorgt diese Veranstaltung ebenfalls."

VDMA-Aufruf: "Es ist Zeit aktiv zu werden!"

Ein weiteres Beispiel für die zunehmende Relevanz des Bildungsthemas für die Industrie, ist das eigene Forum, das der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) gestaltet. "Eine Umfrage unter unseren Mitgliedsunternehmen zeigt, wie viele Betriebe sich in Einzelaktionen oder auch in längerfristigen Kooperation mit Schulen für Bildung engagieren. Das stellen wir in einer Broschüre dar, die in einigen Wochen erscheinen wird", sagt Ulrich P. Hermani, Geschäftsführer des VDMA-Landesverbands Baden-Württemberg. "Mit dieser Publikation und mit unserem 'Invest in Future'-Forum möchten wir Unternehmen motivieren, sich an Bildungsmaßnahmen zu beteiligen oder eigene Ideen umzusetzen." Der Verband kritisiert, dass Naturwissenschaft und Technik in der frühen Bildung bislang ein Schattendasein fristen: "Die natürliche Neugierde der Kinder - auch die der Mädchen - an diesen Themen wird kaum befriedigt. Später wundern wir uns dann, dass so wenige von ihnen ein Ingenieurstudium aufnehmen," so Hermani. Die Branche spüre den Fachkräfte-Mangel bereits heute. Etwa 4.000 Stellen könnten die Unternehmen alleine in Baden-Württemberg im Moment nicht besetzen.

Kooperation mit "Offen für morgen"

Der Ansatz des Kongresses "Offen für morgen", mit dem "Invest in Future" dieses Jahr kooperiert und Plenumsveranstaltungen an beiden Kongresstagen teilt, gibt der Diskussion ebenfalls neue Facetten. "Offen für morgen" stellt sich die Frage, wie die Erkenntnisse der Zukunftsforschung für die Pädagogik der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, in Jugendhäusern, auf Aktivspielplätzen oder bei Spielmobilen, fruchtbar gemacht werden können. Veranstalter des Symposiums für Fachleute von Trägern der Jugendhilfe und aus den Einrichtungen sind die Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Baden-Württemberg e.V. (AGJF), die Bundesarbeits­gemeinschaft offene Kinder- und Jugendeinrichtungen e.V. (BAG OKJE) sowie die Landesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendbildung Baden-Württemberg e.V. (LAGO).

Flexibel, offen, innovativ: der Arbeitnehmer der Zukunft

Ingo Rollwagen, Senior Analyst bei Deutsche Bank Research und dort auch für Bildungsszenarien zuständig, umreißt in seinem Plenumsvortrag, die - wahrscheinlichen - Anforderungen der Arbeitswelt von morgen. Eine Fortschreibung heutiger Trends lege nahe, dass sich der künftige Arbeitsalltag noch flexibler und internationaler gestalte. Der Computer werde seinen Siegeszug fortsetzen. Das Arbeiten im Team sowie die Anforderungen an kreative und innovative Eigenleistungen würden zunehmen, schätzt Rollwagen. Daraus erwachsen Anforderungen an konkrete Lerninhalte, wie Computerkenntnisse und Sprachenerwerb. Außerdem geht es um Persönlichkeitsmerkmale wie Flexibilität, geistige Wendigkeit und Offenheit, Innovationskraft oder Teamfähigkeit. Wie müssen Bildungslandschaften gestaltet werden, was und wie muss man in Zukunft und auch schon heute lernen und tun, um Kindern das Rüstzeug mitzugeben, die Zukunft aktiv für sich und andere mit zu gestalten? Hinweise zur Beantwortung dieser Frage wird Rollwagen den Pädagogen mit auf den Weg geben.